Holzherkunft & Verantwortung
Holz ist einer unserer wichtigsten Rohstoffe. Für den Handel und Import von Holz und Holzprodukten gelten nationale und internationale Vorgaben. Als Importeur beschäftigen wir uns deshalb mit der Herkunft der eingesetzten Hölzer, den erforderlichen Nachweisen und den gesetzlichen Anforderungen entlang unserer Lieferketten.
Hier erklären wir Dir, welche Regelwerke und Nachweissysteme dabei eine Rolle spielen und was hinter CITES, FLEGT, EUTR, EUDR und VRIKSH steckt. Außerdem erfährst Du, wie der Versandservice DHL GoGreen Plus funktioniert.
Stand: September 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Für Holz und Holzprodukte gelten je nach Herkunft, Holzart und Produkt unterschiedliche Vorgaben. Dazu gehören unter anderem Regelungen zum Artenschutz, zur Legalität des Holzeinschlags und zu Sorgfaltspflichten innerhalb der Lieferkette.
- CITES schützt gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Für bestimmte Baumarten können deshalb besondere Handels-, Genehmigungs- und Nachweispflichten gelten.
- FLEGT und EUTR richten sich gegen den Handel mit illegal geschlagenem Holz. Unternehmen müssen je nach Fall Informationen zur Herkunft beschaffen, Risiken bewerten und diese gegebenenfalls mindern.
- Die EUDR löst die EUTR schrittweise ab. Für große und mittlere Unternehmen sowie bereits von der EUTR erfasste kleine und Kleinstunternehmen gelten die neuen Vorgaben ab dem 30. Dezember 2026.
- VRIKSH unterstützt bei indischen Lieferketten die Prüfung von Legalität und Rückverfolgbarkeit. Solche Nachweise sind für uns ein Baustein bei der Prüfung unserer Holzlieferketten.
Inhalt
1. Was ist CITES?
2. Was ist FLEGT?
3. Was ist EUTR – und was ändert sich mit der EUDR?
4. Was ist VRIKSH?
5. Was bedeutet der Versand mit GoGreen Plus?
Häufige Fragen
Der Handel mit Holz und Holzprodukten ist international geregelt. Je nach Holzart, Herkunftsland und Produkt können unterschiedliche Nachweis-, Genehmigungs- und Sorgfaltspflichten gelten. Diese Regelungen sollen unter anderem dazu beitragen, den Handel mit illegal geschlagenem Holz einzudämmen und den Handel mit geschützten Arten zu kontrollieren.
1. Was ist CITES?
CITES ist ein internationales Artenschutzabkommen, das den grenzüberschreitenden Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten regelt. Dazu gehören auch bestimmte Baumarten sowie Teile und Erzeugnisse, die daraus hergestellt werden.
CITES steht für Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora und ist auch als Washingtoner Artenschutzübereinkommen bekannt.
Was bedeutet CITES für den Handel mit Holz?
Je nach Baumart und Einstufung gelten unterschiedliche Regeln für den internationalen Handel. Für bestimmte Arten sind besondere Genehmigungen oder Nachweise erforderlich, bei anderen ist der kommerzielle Handel stark eingeschränkt.
Eine Aufnahme in CITES bedeutet also nicht automatisch, dass mit einer Baumart überhaupt nicht gehandelt werden darf. Entscheidend sind die jeweilige Art, ihre Einstufung und das konkrete Holzprodukt.
Wie wird CITES in der EU umgesetzt?
In der Europäischen Union wird CITES insbesondere durch die Verordnung (EG) Nr. 338/97 über den Schutz von Exemplaren wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels umgesetzt. Die Arten werden dort in den Anhängen A bis D geführt.
Je nach Einstufung können für die Einfuhr, Ausfuhr oder Vermarktung entsprechende Dokumente oder Genehmigungen erforderlich sein. In Deutschland ist das Bundesamt für Naturschutz (BfN) für wesentliche Aufgaben beim Vollzug dieser Artenschutzregelungen zuständig.
Für Woodkings bedeutet das: Bei Holzarten und Holzprodukten, die den CITES- beziehungsweise EU-Artenschutzbestimmungen unterliegen, berücksichtigen wir die jeweils geltenden Handels-, Genehmigungs- und Nachweispflichten.
2. Was ist FLEGT?
FLEGT ist eine Initiative der Europäischen Union gegen illegalen Holzeinschlag und den damit verbundenen Handel. Die Abkürzung steht für Forest Law Enforcement, Governance and Trade.
Der FLEGT-Aktionsplan wurde 2003 von der Europäischen Union entwickelt. Ein wichtiger Bestandteil sind sogenannte Voluntary Partnership Agreements (VPA). Dabei handelt es sich um Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und holzproduzierenden Ländern.
Im Rahmen dieser Partnerschaften werden unter anderem Systeme aufgebaut, mit denen die Legalität von Holz und Holzprodukten geprüft werden kann.
Was ist eine FLEGT-Genehmigung?
Hat ein Partnerland ein von der EU anerkanntes FLEGT-Lizenzsystem vollständig umgesetzt, benötigen die davon erfassten Holzprodukte für die Einfuhr in die EU eine gültige FLEGT-Genehmigung.
Indonesien ist derzeit das einzige VPA-Partnerland, das FLEGT-Lizenzen für entsprechende Ausfuhren in die EU ausstellt.
Eine gültige FLEGT-Genehmigung dient im Rahmen der europäischen Holzhandelsregelungen als Legalitätsnachweis für das davon erfasste Holz. Daraus lässt sich jedoch keine pauschale Aussage ableiten, dass das gesamte Möbelstück deshalb automatisch „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ ist.
3. Was ist EUTR – und was ändert sich mit der EUDR?
Die EUTR verpflichtet Unternehmen, die Holz oder bestimmte Holzerzeugnisse erstmals auf dem EU-Markt in Verkehr bringen, zu Sorgfaltsprüfungen. Holz aus illegalem Einschlag darf nicht auf dem europäischen Markt in Verkehr gebracht werden.
EUTR steht für European Union Timber Regulation. Die Verordnung (EU) Nr. 995/2010 gilt seit 2013 und befindet sich inzwischen in einer Übergangsphase zur neuen EUDR.
Wie funktioniert die Sorgfaltspflicht nach der EUTR?
1. Informationen beschaffen und dokumentieren: Für die Prüfung müssen abhängig vom Produkt Informationen zur Ware und zur Lieferkette vorliegen. Dazu können unter anderem die Beschreibung des Holzes oder Holzproduktes, Handelsname und Baumart, Land des Holzeinschlags, gegebenenfalls Region oder Einschlagskonzession, Menge, Lieferant und gegebenenfalls Abnehmer sowie Informationen und Dokumente zur Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften gehören.
2. Risiken bewerten: Anhand der verfügbaren Informationen wird bewertet, wie hoch das Risiko ist, dass illegal geschlagenes Holz in die Lieferkette gelangt. Dabei können unter anderem das Herkunftsland, die Holzart, bekannte Risiken illegalen Holzeinschlags, vorhandene Nachweise und die Komplexität der Lieferkette berücksichtigt werden.
3. Risiken mindern: Ist das festgestellte Risiko nicht vernachlässigbar, müssen geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen zur Risikominderung getroffen werden. Dazu können beispielsweise weitere Informationen, zusätzliche Dokumente oder zusätzliche Überprüfungen gehören.
Was ändert sich mit der EUDR?
Die EUTR wird durch die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte (EUDR) abgelöst. Die EUDR geht über die bisherigen Anforderungen der EUTR hinaus und erfasst neben Holz weitere relevante Rohstoffe und daraus hergestellte Produkte.
Für erfasste Produkte müssen Unternehmen unter anderem prüfen und dokumentieren, dass sie die Anforderungen an Entwaldungsfreiheit erfüllen und im Einklang mit den einschlägigen Rechtsvorschriften des Erzeugerlandes produziert wurden.
Darüber hinaus sieht die EUDR weitergehende Sorgfalts-, Informations- und Dokumentationspflichten vor.
Ab wann gilt die EUDR?
Für Woodkings ist der 30. Dezember 2026 der relevante Stichtag für die neuen EUDR-Anforderungen. Für andere kleine und Kleinstunternehmen, die bislang nicht unter die EUTR fallen, gilt der 30. Juni 2027.
In Deutschland gehört die Kontrolle der europäischen Holzhandelsvorschriften zu den Aufgaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).
4. Was ist VRIKSH?
VRIKSH ist ein indisches System zur Prüfung und Verifizierung der Legalität und legalen Herkunft von Holz und Holzprodukten. Das System unterstützt Unternehmen dabei, entsprechende Informationen innerhalb der Lieferkette zu dokumentieren und zurückzuverfolgen.
VRIKSH steht für ein Timber Legality Assessment and Verification Scheme und ist eine Initiative des Export Promotion Council for Handicrafts (EPCH).
Was wird bei VRIKSH geprüft?
Das VRIKSH-System umfasst unter anderem Anforderungen an die Legalität und legale Herkunft des eingesetzten Holzes, die Dokumentation innerhalb der Lieferkette, die Rückverfolgbarkeit von Holz und Holzprodukten entlang der Verarbeitungs- und Lieferkette sowie die Bewertung und Minderung von Risiken.
Unternehmen, die nach dem VRIKSH-System verifiziert werden, müssen entsprechende Informationen und Nachweise zur Holzbeschaffung und zur weiteren Lieferkette vorlegen.
Was bedeutet VRIKSH für Woodkings?
Bei unseren Lieferketten aus Indien können VRIKSH-Nachweise ein Baustein sein, um Angaben zur Legalität, Herkunft und Rückverfolgbarkeit des eingesetzten Holzes zu prüfen und zu dokumentieren.
Ein solcher Legalitäts- und Rückverfolgbarkeitsnachweis ist jedoch kein pauschaler Nachweis dafür, dass ein Möbelstück insgesamt als „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ bezeichnet werden kann.
5. Was bedeutet der Versand mit GoGreen Plus?
Für unsere DHL-Sendungen nutzen wir den Service GoGreen Plus. Dabei investiert Deutsche Post und DHL in zusätzliche Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen innerhalb des eigenen deutschen Logistiknetzwerks.
Dazu gehören beispielsweise der Einsatz alternativer Kraftstoffe oder Elektro-Lkw. DHL bezeichnet dieses Prinzip als Insetting.
Was bedeutet Insetting bei GoGreen Plus?
Beim Insetting werden Maßnahmen zur Reduktion von CO2e-Emissionen innerhalb der eigenen Logistikkette umgesetzt, statt entstandene Emissionen ausschließlich über externe Kompensationsprojekte auszugleichen.
Die dadurch erzielten CO2e-Reduktionen werden GoGreen-Plus-Kunden über einen sogenannten Book-and-Claim-Mechanismus zugerechnet.
Das bedeutet: Nicht zwangsläufig genau das Fahrzeug oder die Anlage, über die Deine Bestellung transportiert wird, nutzt die entsprechende Technologie oder den jeweiligen alternativen Kraftstoff. Die Reduktionsmaßnahmen werden innerhalb des DHL-Logistiknetzwerks umgesetzt und den GoGreen-Plus-Sendungen rechnerisch zugeordnet.
GoGreen Plus erkennst Du an diesem Logo:
GoGreen Plus ist ein Service von Deutsche Post und DHL. Die Reduktion von Treibhausgasemissionen erfolgt durch zusätzliche Maßnahmen innerhalb des Logistiknetzwerks von Deutsche Post und DHL. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass die konkrete Sendung physisch mit Fahrzeugen oder über Anlagen transportiert wird, die diese Kraftstoffe oder Technologien verwenden.
Häufige Fragen zu Holzherkunft und Nachweisen
Nein. CITES kennt unterschiedliche Schutzstufen. Je nach Einstufung können Handel und Einfuhr verboten, stark eingeschränkt oder an bestimmte Genehmigungs- und Nachweispflichten gebunden sein. Entscheidend sind die jeweilige Art, ihre Einstufung und das konkrete Erzeugnis.
Die EUTR konzentriert sich auf die Bekämpfung des Handels mit illegal geschlagenem Holz. Die EUDR erweitert die Anforderungen deutlich. Für die von ihr erfassten Rohstoffe und Produkte kommen unter anderem Anforderungen zur Entwaldungsfreiheit sowie weitergehende Sorgfalts- und Dokumentationspflichten hinzu.
Nein. VRIKSH ist ein System zur Prüfung und Verifizierung der Legalität und legalen Herkunft von Holz und Holzprodukten sowie zur Rückverfolgbarkeit innerhalb der Lieferkette. Daraus lässt sich kein allgemeines Nachhaltigkeitsurteil über ein komplettes Möbelstück ableiten.
GoGreen Plus setzt auf Insetting. DHL investiert dabei in zusätzliche Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen innerhalb des eigenen Logistiknetzwerks. Die erzielten Reduktionen werden über einen Book-and-Claim-Mechanismus den teilnehmenden Sendungen beziehungsweise Kunden zugerechnet.
Welche Informationen und Nachweise erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Holzart, dem Herkunftsland, dem Lieferanten und den geltenden gesetzlichen Anforderungen ab. Dazu können beispielsweise Angaben zur Holzart und Herkunft, Lieferantendokumente, Genehmigungen oder weitere Nachweise innerhalb der Lieferkette gehören.
Holzherkunft bleibt ein laufendes Thema
Die gesetzlichen Anforderungen an den Handel mit Holz und Holzprodukten entwickeln sich weiter. Deshalb gehören Herkunftsnachweise, Lieferantendokumente und die Prüfung unserer Lieferketten auch künftig zu unserem Arbeitsalltag.
Neue Regelungen wie die EUDR verändern dabei nicht nur einzelne Dokumente, sondern auch die Anforderungen an Daten und Prozesse entlang der Lieferkette. Genau deshalb halten wir diese Seite aktuell und ergänzen sie, wenn sich für unseren Holzhandel relevante Vorgaben ändern.
Du hast eine konkrete Frage zu einem unserer Möbel oder zum verwendeten Material? Dann melde Dich gern über unser Kontaktformular bei uns – wir schauen nach, welche Informationen zu Deinem Artikel vorliegen.
Quellen & weiterführende Informationen
BfN – CITES · EU-Kommission – FLEGT & EUTR · EU-Kommission – EUDR · VRIKSH · DHL – GoGreen Plus